Leistungen

Chirurgie

Chirurgie & Zahnersatz in Polling, Murnau, Mühldorf, Peißenberg

Chirurgie. Hier finden Sie Informationen zu chirurgischen Eingriffen in der Zahnarztpraxis.

Allgemeine Tipps für die Zeit VOR und NACH chirurgischen Behandlungen:

 

Vorher: nur keine Panik!

Auch ambulante Behandlungen bedürfen manchmal einer Vorbereitung.

Antibiotika bei Chirurgie
  • Besonders bei bestehenden oder zu erwartenden Entzündungen ist u.U. die Einnahme von Antibiotika erforderlich. In diesem Fall teilen Sie uns bitte Unverträglichkeiten vorher mit. Eine Antibiotikaprophylaxe ist bei einigen schwereren Erkrankungen notwendig. Nennen Sie deshalb bitte solche Erkrankungen vor dem Eingriff.

  • Wenn Sie permanent Medikamente einnehmen, teilen Sie uns dies bitte mit. Denn bei einigen Medikamenten ist u.U. die Absetzung im Zusammenhang mit dem chirurgischen Eingriff nach Abklärung mit dem Hausarzt sinnvoll.

  • Teilen Sie uns bitte auch mit, wenn Sie schwanger sind.

Letztes Mal…

Gab es bei ähnlichen Eingriffen (Chirurgie) schon einmal unangenehme Zwischenfälle (Ohnmacht, Schock, Nachblutung usw.)? Haben Sie speziell nach der Betäubungsspritze schon einmal Probleme gehabt? Bitte geben Sie uns Bescheid.

Ja, aber…

Klären Sie bitte vorab, ob die Chirurgie Ihre Pläne für die nächsten Stunden oder Tage beeinflusst. Schwere körperliche Arbeit, Sport, Reisen oder Parties sind in bestimmten Fällen nicht zu empfehlen.

Und was ist, wenn…

Planen Sie den Termin so, dass Sie uns im Notfall möglichst am gleichen / folgenden Tag noch erreichen können. Hierzu sind Termine am Vormittag und bis zur Wochenmitte am besten geeignet.

Allgemeine Tipps:
  • Gegen Schwellungen durch Bluterguss legen Sie am Behandlungstag am besten eine feucht-kalte Packung auf den betroffenen Gesichtsbereich.

  • Tablettenmissbrauch schadet vielen Körperorganen und Ihrem Kreislauf. Halten Sie sich bitte an unsere Empfehlungen und verwenden Sie auf keinen Fall „Lagerware“ von früher. Nehmen Sie kein Aspirin (ASS), sondern Ibuprofen oder Paracetamol.

  • Bei Einnahme von Antibiotika lesen Sie bitte den Beipackzettel. Vermeiden Sie auf jeden Fall körperliche Anstrengung und bei bestimmten Antibiotika direkte Sonne (Sonnenbank).

  • Rauchen ist schlecht für die Wundheilung. Insbesondere im Mund ist die Konzentration der Schadstoffe besonders hoch. Die Hitze des Rauches ist ebenfalls von Nachteil. Beides zersetzt das wichtige Blutgerinnsel in der Wunde sowie die ersten, zarten Fibrinfasern, die am Ende zu Schleimhaut umgebaut werden sollen.

Nachher: Gute Besserung!

Die Spritze
  • Es gibt verschiedene Mittel, die man zur Betäubung einsetzt. Von der Wirkungsstärke und -dauer können sie verschieden sein. Auch Wirkungen auf Kreislauf und Blutdruck können stärker oder schwächer ausfallen. Fragen Sie bitte immer, ob Sie anschließend autofahren, körperlich arbeiten oder Sport treiben können.

  • Geklärt werden sollte auch, ob, wann und welche Medikamente gegen Nachschmerzen eingenommen werden können, ohne Ihren Organismus unnötig zu belasten.

  • Das taube Gefühl im Wirkungsbereich haltet normalerweise noch eine Weile nach der Behandlung an. In dieser Zeit besteht die Gefahr der Selbstverletzung von Zunge, Wangen oder Lippen. Am besten essen Sie erst nach Abklingen der Betäubung.

Nachblutung?
  • Vermeiden Sie alles, was zu Nachblutungen aus der frischen Wunde führen könnte. Das heißt: Keinen Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee oder heiße Getränke sowie Suppen trinken. Keine kreislaufanregenden oder blutdrucksteigernden Medikamente einnehmen; keine Wundspülungen (das Blutgerinnsel ist wichtig für den Heilungsvorgang). Nicht rauchen (o.g. Blutgerinnsel wird zersetzt, die Wunde heilt erheblich langsamer). Keine Wärmebehandlung mit einem heißen Bad, Infrarot, Heizkissen oder Wärmflasche. Keine Massage der Wunde mit Zunge, Lippen oder Fingern.

  • Lassen Sie sich durch Blut im Mund nicht erschrecken. Ein Tropfen Blut färbt viele Tropfen Speichel rot und es sieht dann oft schlimmer aus, als es wirklich ist.

  • Kleine, sickernde Nachblutungen können oft sehr einfach und gut durch einen Druckverband gestillt werden. Das heißt: Beißen Sie auf zusammengefalteten, sauberen/sterilen Verbandsmull (falls vorhanden) oder notfalls auf ein sauberes, zusammengerolltes Stoff-Taschentuch. Verwenden Sie auf keinen Fall Papiertücher. Eine Kühlung des Wundbereiches ist nützlich und verhindert ebenfalls weitgehend Schwellungen.

Wie soll ich pflegen?
  • Die Wunde schonen Sie in den ersten Tagen. Deshalb kauen Sie härtere Speisen am besten mit der unversehrten Kieferseite.

  • Speisereste im Bereich der Wunde entfernen Sie durch leichte Spülungen oder mit einem Wattestäbchen. Die Zahnbürste oder Munddusche sind hierzu nicht geeignet.

  • Leichte Nachschmerzen am ersten und zweiten Tag sind normal. Sollten ab dem dritten Tag stärkere Schmerzen, Schwellungen oder Eiterungen (Geschmack) auftreten, kommen sie bitte zu einer (weiteren) Nachbehandlung.

  • Falls genäht wurde, ist die Entfernung der Nähte nach 7 bis 10 Tagen zu empfehlen. Zum Ende der Liegezeit dürfen Fäden sich auch schon einmal von selbst lösen.

Was ist anders?
  • Leichte Behinderungen beim Kauen und Sprechen sind zunächst ganz normal, bis sich Zunge, Wangen und Lippen an das neue Gefühl gewöhnt haben. Sollten Sie den Mund nicht in der gewohnten Weise öffnen können (häufig nach Weisheitszahnentfernung) beginnen Sie einige Tage nach dem Eingriff mit dem Öffnungstraining.

  • Nach einer Zahnentfernung spüren Sie gelegentlich noch etwas Hartes am Rand oder in der Wunde. Dabei handelt es sich um Kieferknochen, der vorher die Wurzel umgeben oder zwischen zwei Wurzeln gelegen hat. Der Körper baut diesen Knochen in den folgenden Wochen allmählich um bzw. ab. Vormals entzündete Knochenteile können auch durch die Wunde abgestoßen werden.

Wurzelspitzenresektion:

Notwendigkeit der Chirurgie

Tiefe Karies kann dazu führen, dass Bakterien in den Innenraum eines Zahnes vordringen und sich das Zahnmark (Zahnpulpa) entzündet. Dies ist eine sehr häufige Ursache für heftige Zahnschmerzen. Im Unterschied zu den meisten anderen Körperteilen, ist es leider unwahrscheinlich, dass ein entzündeter Zahn von alleine wieder ganz ausheilt. Aus diesem Grunde müssen diese Zähne meist endodontisch behandelt werden (Wurzelkanalbehandlung). Im Rahmen einer konventionellen Wurzelkanalbehandlung bohrt man durch die Zahnkrone ein Zugang zum Innenraum des Zahnes. Danach entfernt man das entzündete Gewebe und ggfs. ein entzündungslinderndes bzw. desinfizierendes Medikament eingelegt. Abschließend verschliesst man bakteriendicht die gereinigten Wurzelkanäle durch eine Wurzelfüllung. (s. auch Wurzelbehandlung)

In der Regel ist der Zahn damit beschwerdefrei und kann langfristig erhalten bleiben.

Verbleiben nach der Wurzelfüllung jedoch Bakterien in den ggfs. vorhandenen sehr feinen Abzweigungen des Wurzelkanals oder ist es zu einer Reinfektion gekommen, kann die Entzündung das umliegende Gewebe erfassen. Es kommt dann oftmals zu einer sehr schmerzhaften Ausbreitung der Infektion in den Knochen, ggfs. mit Eiterbildung (Abszess) und Schwellung. Andere Varianten sind die chronische Entzündung mit Fistelbildung oder die Zyste (Hohlraum) im Kiefer.

Letzte Rettung!

Die Wurzelspitzenresektion stellt bei bereits wurzelkanalbehandelten Zähnen eine Möglichkeit dar, die infizierte Wurzelspitze und das umgebende Entzündungsgewebe zu entfernen. Wörtlich heißt „Resektion“ Abschneiden und bedeutet in diesem Zusammenhang, das Kappen der entzündeten Wurzelspitze. Dazu ist ein kleiner operativer Eingriff in örtlicher Betäubung erforderlich. Das entzündete Gewebe und die Wurzelspitze werden entfernt und die Wurzel wird an der Unterseite nochmals dicht verschlossen (retrograde Wurzelfüllung).
Die Wurzelspitzenresektion stellt in den meisten Fällen die letzte Möglichkeit für den Erhalt des Zahnes dar.

Operationsrisiken

Die mit einer Wurzelspitzenresektion verbundenen Risiken sind weitgehend identisch mit den Risiken anderer operativer Eingriffe in der Mundhöhle.

  • Im Unterkiefer besteht die Möglichkeit einer Nervschädigung mit Gefühlsstörungen bzw. –ausfällen.

  • Im Oberkiefer kann je nach Lage der Wurzelspitze die Kieferhöhle eröffnet werden.

  • Abhängig von der Kieferanatomie besteht die Möglichkeit der Beschädigung von Nachbarzähnen. Ferner können Schwellungen, Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Schmerzen und Hämatome auftreten. Je nach Heilungsverlauf kann es sein, dass trotz erfolgter Wurzelspitzenresektion der behandelte Zahn entfernt werden muß.

 

Die Häufigkeit dieser Komplikationen ist insgesamt sehr gering. Dennoch werden wir Sie vor dem ggfs. notwendigen Eingriff ausführlich über die bei Ihnen möglichen Risiken aufklären.